Fünf Jahre pflegte sie ihren kranken Mann – nach seiner Genesung reichte er die Scheidung ein und nannte sie wertlos

Kapitel 8 – „Die große Versammlung“

Der große Saal von Hahn Tech Solutions war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Über dreihundert Mitarbeiter saßen in den Reihen.

Das Flüstern im Raum war gedämpft.

Irgendetwas lag in der Luft.

Markus stand vorn auf der Bühne.

Er trug seinen besten Anzug.

Er versuchte souverän zu wirken.

Sabrina saß in der ersten Reihe und lächelte ihm zu.

„Unsere Zahlen sind stabil“, rief Markus ins Mikrofon.

„Unter meiner Führung werden wir weiter wachsen.“

Zögerlicher Applaus setzte ein.

Plötzlich öffneten sich die Türen am Ende des Saals.

Lena trat ein.

Sie trug einen eleganten schwarzen Hosenanzug.

Zwei Anwälte und zwei Sicherheitsleute folgten ihr.

Sie ging den Mittelgang entlang.

Stieg die Stufen zur Bühne hinauf.

Und nahm Markus das Mikrofon aus der Hand.

Der Saal verstummte vollständig.

Markus wich zurück. Sein Gesicht wurde aschfahl.

„Das ist meine Firma! Werft sie raus!“

Niemand rührte sich.

Lena wandte sich an die Mitarbeiter.

Ihre Stimme war klar und fest.

„Guten Morgen. Ich bin Lena Voss.“

„Ich halte 31 Prozent der Anteile.“

„Ab heute leite ich die Firma.“

Ein Raunen ging durch den Saal.

Sabrina stand langsam auf.

„Herr Hahn wird fristlos entlassen“, fuhr Lena fort.

„Er hat Firmengelder für private Reisen mit seiner Sekretärin veruntreut.“

Auf der Leinwand erschienen die Beweise.

Kontoauszüge. Überweisungen. Alles klar dokumentiert.

Markus verlor die Kontrolle.

Er schrie und wollte auf Lena losgehen.

Sicherheitsleute packten ihn und zogen ihn aus dem Saal.

Er tobte und schrie vor allen Mitarbeitern.

Lena schaute in die Gesichter der Anwesenden.

„Die Firma läuft weiter. Besser als zuvor.“

„Wer mitmacht, ist willkommen.“

Applaus brach aus. Erst leise, dann immer stärker.

Später in ihrem neuen Büro klingelte das Handy.

Dr. Felix Brenner war dran.

„Frau Voss, das Testament Ihres Großvaters ist entsperrt.“

„Die Voss Group gehört jetzt ganz Ihnen.“

Lena lächelte leicht.

„Gut. Kaufen Sie die Bank, bei der Markus noch Kredite hat.“

„Bis morgen soll er nichts mehr haben.“

Sie legte auf und schaute aus dem Fenster.

Die Stadt lag unter ihr.

Der nächste Schritt war bereits in Bewegung.

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