Fünf Jahre pflegte sie ihren kranken Mann – nach seiner Genesung reichte er die Scheidung ein und nannte sie wertlos

Kapitel 7 – „Die Familie kommt“

Es regnete stark an diesem Abend.

Die Türglocke klingelte laut und ungeduldig.

Lena stellte ihre Teetasse ab.

Sie ging zur Tür und öffnete sie.

Vor ihr standen Dieter, Ingrid und Julia Hahn.

Ihre Gesichter waren nass vom Regen und voller Wut.

Ingrid drängte sich sofort ins Haus.

„Wir müssen reden. Sofort.“

Lena sagte nichts.

Sie führte die drei ins Wohnzimmer.

Sie bot ihnen weder einen Platz noch etwas zu trinken an.

Sie stellte sich hinter den Sessel und wartete ruhig.

Dieter begann als Erster.

„Du machst einen schweren Fehler, Lena.“

„Markus hat fünf Jahre um sein Leben gekämpft.“

„Du hast ihn gepflegt. Das war deine Pflicht.“

Ingrid nickte heftig.

„Und jetzt nimmst du ihm alles?“

„Das ist undankbar und gemein.“

Julia verschränkte die Arme.

„Er hat dich geheiratet, obwohl du nichts hattest.“

„Und so dankst du es ihm?“

Lena hörte zu.

Jedes Wort ließ sie ausklingen.

Dann griff sie ruhig nach ihrem Smartphone.

„Ihr sprecht von Dankbarkeit?“, sagte sie leise.

„Dann hört euch das hier an.“

Sie drückte auf Play.

Ingrids Stimme füllte den Raum.

Eine alte Aufnahme.

„Wenn er das nicht überlebt, muss diese Schlampe sofort raus.“

„Sie passt nicht in unsere Familie.“

Stille breitete sich aus.

Ingrid wurde blass.

Lena spielte die nächste Datei.

Dieters Stimme klang hart.

„Das dumme Mädchen hat keinen eigenen Kopf.“

„Gut, dass Markus krank ist. So spart sie uns Geld.“

Julia wurde kreidebleich.

Lena spielte weitere Aufnahmen.

Fünf Jahre voller Kälte und Verachtung.

„Ihr habt mich fünf Jahre wie Dreck behandelt“, sagte Lena.

„Jetzt spürt ihr selbst, wie das ist.“

Dieter schrie wütend.

„Das ist illegal! Du hast uns belauscht!“

„Es war mein Haus“, antwortete Lena ruhig.

„Mein Gerät. Alles legal.“

Sie ging zur Haustür und öffnete sie weit.

Kalter Regen wehte herein.

„Verschwindet.“

Genau in diesem Moment hielten mehrere schwarze Limousinen vor dem Haus.

Vier Anwälte stiegen aus.

„Guten Abend, Frau Voss“, sagte der leitende Anwalt.

„Die Klageschriften gegen die Familie Hahn sind bereit.“

Lena nickte.

„Kommt herein.“

Die Anwälte betraten das Haus.

Die Hahn-Familie blieb draußen im Regen stehen.

Lena schaute sie noch einmal an. Kurz und ruhig.

Dann schloss sie die Tür.

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